Wandern

Windberg

Unterwegs auf den Spuren der Windbergbahn

Wanderung auf dem alten Bahndamm von Possendorf nach Freital

Bei schönstem Spätsommerwetter wollte ich den alten Bahndamm der Windbergbahn zwischen Possendorf und Freital erkunden. Ein Abstecher auf den namengebenden Windberg darf natürlich nicht fehlen. Mein Auto parkte ich am Nettomarkt in Possendorf.

Von dort geht es zu Fuß Richtung Hänichen. Das erste Highlight erwartete mich schon nach 200 m. Ein vom Windbergbahn e. V. liebevoll restaurierter Vierte-Klassewagen steht auf der rechten Seite der B170 kurz vorm Bahnhof Possendorf auf einem Gleisstück. Da konnte ich nicht anders und musste mich gleich auf die Plattform schwingen.

Aber nun geht die Wanderung endlich los. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt der alte Bahndamm. Größtenteils geteert ist er sowohl für Wanderer, Radfahrer oder Inliner ideal geeignet.

Alle paar Meter warten Bänke auf den nächsten Besetzer.

In Hänichen stoppe ich für einen Schnappschuss am dortigen Bahnwartehäuschen, Haltepunkt Hänichen Goldene Höhe.

 

Nach Studium der Hinweistafeln des Weinbergbahn-Vereins, welche auf der gesamten Strecke mit interessanten Fakten aufwarten, geht es weiter Richtung Bannewitz. Dort wartet ein kleines Ratespiel. Der Weg ist zu Ende. Und nun?

 

Des Rätsels Lösung: Ein kurzer Schwenk nach links und nach dem im Bild zu sehenden
Firmengebäude gleich wieder nach rechts. Versteckt an der Seite des Gebäudes die nächste Infotafel. Ich bin also auf dem richtigen Weg. Ein kleines Stückchen weiter das nächste Rätsel: der dort angebrachte Wegweiser ist zerstört. Ob es rechts oder links weitergeht, die Chancen stehen 50/50. Ich entscheide mich für links und habe recht. Juhu. An der Schule und dem dazugehörigen Sportplatz vorbei und schon bin ich wieder auf dem alten Bahndamm.

Einen Eiszeitlichen Findling, welcher vom skandinavischen Gletschereis in der Elstereiszeit vor etwa 250000 Jahren bis nach Bannewitz geschoben wurde, wählte ich für meine wohlverdiente Pause. Von dort oben kann ich schon bis nach Dresden sehen.

 

Nach durchgeführter Erholungs- und Trinkpause ging es weiter auf dem Bahndamm, gesäumt von der Allee der „Bäume des Jahres“. Dabei ist auch der Baum des Jahres 2013, der Wildapfelbaum oder im Erzgebirge auch Holzäpplbaum genannt. Um den Erhalt des Holzapfels kümmert sich in unserer Region die Holzäppelnatur GbR.

Mein nächster Halt war das ehemalige Steinkohlebergwerk Marienschacht. Zum Tag des offenen Denkmales hatten die Mitglieder des Vereines die Würstchen auf den Grill geworfen, das Bergwerkmuseum war geöffnet und im Rahmen einer Führung konnte man einen Blick in die alten Anlagen werfen.

 

Mit einer Bratwurst (und nicht verraten, noch einer Fischsemmel) im Bauch ging es auf den nächsten Abschnitt. Irgendwo müsste doch dieser Windberg sein. Wind war jedenfalls genug. Mitten im Nichts kam dann endlich der Wegweiser Richtung Windberg. Richtung Süden verlies ich den Bahndamm in Richtung Wald. Geteerte Wege wurden durch Wald- und Wiesenpfade abgelöst.

Mitten im Windberggebiet befinndet sich auch das Freitaler Tierheim. Ein wahrer Strom von Menschen war aufmarschiert und den Sonntags-Spazierengehen-Hund abzuholen. Zuerst ging es aber für die Hunde immer erst mal an den nächsten Baum zum Pipimachen. Ich als Käfer habe es ja nicht so mit Hunden und darum suchten ich schnell das Weite. Es soll auf dem Windberg ein Denkmal geben, das König-Albert-Denkmal. Irgendwann muss es ja mal auftauchen. Ohne Smartphone wäre ich wohl noch eine Weile länger herumgeirrt.

Von der Brüstung hat man einen großartigen Blick auf Freital. Von oben kann man das immense Ausmaß des Edelstahlwerkes erkennen und Wohngebiete entdecken, welche man von der Straße aus noch nie gesehen hat.

Auf der Rückseite des Denkmales befindet sich ein Relief König Alberts auf seinem Pferd. Reite ich doch gleich mal ein Stück mit.

 

Von meinem Ziel, dem Windbergfest in Freital trennt mich jetzt nur noch ein steiler gewundener Pfad den Windberg hinunter. Nicht lange und ich bin wieder in der Zivilisation. Die Wanderung ist nun zu Ende, der Tag jedoch noch nicht. Windbergfest ist auch Rummel und auf dem Rummel gibt es Karussells. Nichts wie hin und rauf auf das Drehdingsbums.

Und als krönender Abschluss noch ein Schluck vom guten Pesterwitzer Wein.

Bis zum nächsten Mal.

Euer Karl der Käfer

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