Oper Oslo
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Oslo

Oslo – wir kommen

Von Trelleborg über Schwedens Westküste hoch nach Oslo

Tag zwei unserer großen Norwegenreise. Von der Fähre in Trelleborg fahren wir die E20 und die E6 über Malmö, Helsingborg und Göteborg bis nach Oslo. Unterbrochen wird das Ganze durch eine kleine Frühstückspause, welche wegen Wind und ungewohnten Temperaturen nur kurz ausfällt.

Für die Übernachtung in Oslo haben wir uns den Ekeberg Camping ausgesucht. Hoch über Oslo mit Blick auf die Stadt (jedenfalls vom Aussichtspunkt mit Picknicktischen) und hervorragender Busanbindung.

Ekeberg Camping hoch über Oslo
Ekeberg Camping hoch über Oslo

Der Zeltplatz war mittelmäßig gefüllt. Wir fanden einen Platz auf der großen Wiese. Bisschen schräg vielleicht, aber es ging schon. Ruck, zuck war der Zeltaufbau erledigt. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf nach Oslo. Zwei Buslinien (74 und 34) und sogar eine Nachtlinie halten in unmittelbarer Nähe vom Zeltplatz. Max. 100 Meter entfernt. Mit dem Oslo 24 Stunden Ticket fährt man ab Entwertung 24 Stunden Bus, Metro, Straßenbahn und Fährschiff. Für 90 nkr ein fairer Preis.

Oslo empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein, mit Menschen überlaufen und vollgestopft mit Autos. Schnell einen Stadtplan im Touristikbüro am Hauptbahnhof geholt und losgestapft Richtung Oper.

Als ersten fiel uns eine Gruppe Bänke um einen Ständer mit Solarpanels auf. Jeweils an den Seiten befanden sich Steckdosen mit Ladekabeln. Eine Handyladestation mitten in Oslo. Das nenn ich mal Service.

Solar-Handyladestation mitten in Oslo
Solar-Handyladestation mitten in Oslo

Beim Überqueren der Fußgängerampel dann die nächste Entdeckung. Damit der ungeduldige Osloer nicht zu früh losrennt, zählt die Ampel die Zeit runter. Bei Null schaltet die Ampel um und es kann losgehen.

Ampel mit Timer
Ampel mit Timer

Kurz hinter dem Hauptbahnhof kommt auch schon die Oper in unser Blickfeld. Ein architektonisch interessantes Gebäude, ist es doch jedem Besucher möglich, das schräg bis ins Wasser fallende Dach zu besteigen und von dort einen traumhaften Blick über Oslos Innenstadt und den Fjord zu genießen. Scheinbar ist die Hauptreisezeit Mitte August schon vorbei, denn wir mussten uns das Dach nicht mit allzu vielen anderen teilen. Da habe ich im Internet ganz andere Fotos gesehen.

Oper Oslo
Oper Oslo

Unweit der Oper erhebt sich die Festung Akershus über die Stadt. Direkt am Oslofjord gelegen, bietet die um ca. 1300 erbaute Festung ein Bollwerk gegen Angreifer. Das Gelände erstreckt sich über eine riesige Fläche der Halbinsel Akersneset und bietet neben verschiedenen Museen die 2010 sanierte, gut erhaltene Festungsanlage, welche auch heute noch militärisch genutzt wird. Alles ist in tadellosem Zustand. In der Festung patrouilliert die königliche Garde. Mit wachem Blick behalten sie die Situation im Auge. Ab und an wird hin und her patrouilliert. Ein neuer Reisebus kippt seine asiatischen Insassen aus und wir ergreifen die Flucht. Ein Gang zu Toilette ist damit aber auch nicht mehr möglich. Die Schlange davor ist unübersehbar.

Königliche Garde in der Festung Askerhus
Königliche Garde in der Festung Askerhus

Nun schon etwas fußlahmer laufen wir wieder Richtung Innenstadt. Ziel ist das Rathaus und/oder das Schloss. Beides sollten wir heute nicht mehr zu sehen bekommen. Wegen Planlosigkeit und zunehmender Lahmheit beschlossen wir, mit der Straßenbahn zum Skulpturenpark Vigeland zufahren. Unser Vorhaben wurde jedoch nach kurzer Zeit von einem lauten Knall und einem abrupten Stoppen der Bahn verhindert. Auto gegen Straßenbahn ist eben kein guter Gedanke. Glücklicherweise ist dem Fahrer des Autos nichts passiert. Das Auto hingegen sah aus wie ein Totalschaden. Die Straßenbahn hatte nur einen Kratzer an ihrer scheinbar sehr stabilen Stoßstange. Eigentlich machte sie ja grundsätzlich einen abgewrackten und keineswegs stabilen Eindruck. So kann man sich täuschen.

Weltcupschanze am Holmenkollen hoch über Oslo
Weltcupschanze am Holmenkollen hoch über Oslo

Also wieder weiter zu Fuß. Und weil es so schön ist, mal wieder eine Planänderung. Der Skulpturenpark kommt morgen. Heute fahren wir mit der Metro zum Holmenkollen, eine aus Funk- und Fernsehen bekannte Skisprungschanze hoch über Oslo. Mit dabei lustige Ansagen in der Bahn, deren Bedeutung wir uns zwar denken können, aber nicht verstehen. Klingen aber lustig. Am Holmenkollen erwartet uns erst mal ein steiler Anstieg von der Bahn zum Skizentrum. Dieses beherbergt nicht nur drei verschieden große Schanzen, sondern auch das Biathlongelände der Stadt. Sowohl auf Schanze als auch im Biathlonzentrum finden Weltcupwettbewerbe statt. Die Schanze erhebt sich mit 134 Metern steil in den Himmel. Einzelne Sportler trainieren ihre Fitness und rennen die Stufen am Aufsprunghang hoch und runter. Freiwillig oder im Auftrag des Trainers? Wer weiß. Die Biathleten allerdings hatten heute schon Trainingsschluss.

Biathlonanlage am Holmenkollen - Nur ein einzelner Hobbybiathlet zog seine Runden ;)
Biathlonanlage am Holmenkollen – Nur ein einzelner Hobbybiathlet zog seine Runden 😉

Wir machen auch Schluss für heute. Mit der Metro fahren wir wieder bis ins Stadtzentrum, holen uns noch was zu essen am Hauptbahnhof und fahren mit dem Bus weiter zum Campingplatz.

Die erste Nacht im Zelt verging wie im Fluge. Die guten dicken Isomatten sind ihr Geld echt wert. Wir haben geschlafen wie im eigenen Bett. Der Morgen empfing uns mit den letzten Regentropfen der Nacht. Bis wir mit jedoch unserem Camperfrühstück fertig waren, haben sich die Regenwolken verzogen und ab und an lugte schon die Sonne hinter den Wolken heraus. Diese schaffte es aber leider nicht, das Zelt vorm verpacken abzutrocknen. Aber was soll’s. Also nasses Zelt und alles andere ins Auto, Campingplatz verlassen und gleich davor das Auto auf einem Parkplatz fallen lassen. Unsere Buskarte vom Vortag galt noch eine Weile und wir hatten bei weitem noch nicht alles von Oslo gesehen. Der Plan für heute: Besichtigung von Schloss und Skulpturenpark.

Mit dem Bus wieder bis zum Hauptbahnhof, weiter mit der Metro zum Schloss. Diese hält direkt vorm Eingang zum Schlosspark. Man läuft über eine breite Straße direkt auf das Schloss zu, welches auf einem Hügel mitten in Oslo thront. Es ist auch heute noch die Residenz des Königs. Umgeben ist es von einem 22 Hektar großen Park, welcher einen sehr gepflegten Eindruck hinterlässt.

Diese hält direkt vom Vigeland-Skulpturenpark und uns kommt diesmal auch kein Auto in die Quere. Den Park betreten wir durch ein großes schmiedeeisernes Tor (nach wir uns an den unzähligen Reisebussen vorbeigequetscht haben). Schon am Eingang empfangen uns die ersten Skulpturen. Der Großteil davon befindet sich jedoch etwas weiter hinten. Benannt ist der Park übrigens nach dem Bildhauer Gustav Vigeland (1869- 1943) und beherbergt mehr als 200 Skulpturen in Bronze, Granit und Schmiedeeisen.

Gleichzeitig beherbergt er zu den Öffnungszeiten unzählige, mit Selfiesticks bewaffnete, meist asiatische Touristen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Auf der Rückfahrt mit der Straßenbahn überquerte diese ein mitten auf der Straße angelegtes Wasserspiel. Die Osloer Art einer Straßenbahnwaschanlage.

Aber auch das ist Oslo :(
Aber auch das ist Oslo 🙁

14 Uhr schweben wir mit dem Bus am Zeltplatz ein, werfen uns in unser Auto und es geht weiter zum nächsten Höhepunkt. Dieser fällt etwas anders aus, als ursprünglich gedacht.

 

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