Erster Blick auf die gewaltige Gletscherzunge des Svartisen
Norwegen,  Reisen

Svartisen Gletscher

Svartisen Gletscher

Ein perfekter Tag für einen Ausflug ins ewige Eis

Der neue Morgen empfängt uns mit Sonne und strahlend blauem Himmel. Das perfekte Wetter für einen Ausflug zum Svartisen Gletscher. Gut geschlafen machen wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Ewiges Eis. 21 Kilometer am Gletscherfluss mit seinem milchig grünlichen Wasser entlang Richtung Svartisen. Die Straße endet an einem großen See.

Die Bootsfahrt

Am Ufer wartet ein Boot auf uns und die anderen 50 Gletschertouristen. Pünktlich 10 Uhr startet unser Schiff, nicht ohne vorher unsere Kreditkarte um weiter 360 Kronen zu erleichtern. Dafür durften wir auch wieder mit zurück fahren. 20 Minuten später erreichten wir das andere Ende des Sees. Netterweise holte der Kapitän einen großen Bogen für Gletscherwasserfall für alle großen und kleinen Fotografen.

Wanderung zum Gletscher

Die Leute verteilten sich nach dem Aussteigen aus dem Boot rasch im Gelände und kurze Zeit später waren wir fast allein unterwegs. Vom Ende des Sees bis zum Gletscher führt ein ausgewiesener Wanderpfad 3 km bis zum Blick auf den Gletscher. Wohlgemerkt „bis zum Blick“. Dieser ist zwar auch schon imposant und gewährt den Blick auf die gesamte Gletscherzunge, aber der echte Touri will bis ganz nah ran an das Eis.

Der offizielle Wanderweg führte über schmale Pfade, über Felsgestein und durch Matsch. Markiert wird er durch kleine, mit roter Farbe besprühte Steinmännchen und endete an einer kleinen Hütte mit dem schon erwähnten Ausblick auf die Gletscherzunge. Davon gibt es am Svartisen insgesamt 60 Stück (also Gletscherzungen). Der komplette Gletscher ist enorme 370 Quadratkilometer groß.

Die Kletterei beginnt

Wenn wir bis dahin geglaubt hatten, das der Weg beschwerlich ist, ahnten wir nicht, was uns auf dem Rest des Weges bis zum Gletscher erwartete. Einen Weg zum Gletschereis gibt es nämlich nicht. Jeder muss sich selbst eine geeignete Route suchen. Dies bedeutet eine verrückte Kletterei über schroffe, mannshohe Schieferfelsplatten und Geröll. Die nächste Platte war oft nur durch halsbrecherische Aktionen erreichbar. Zum Glück hatten wir die Wanderstöcke zum Abstützen dabei. Manchmal waren diese zwar im Weg, meistens aber sehr hilfreich. Glücklicherweise regnete es nicht, denn dann wäre der Weg wegen Rutschigkeit bestimmt nicht machbar gewesen.

Ganz nah am ewigen Eis

Der Moment, da wir das jahrtausendealte Eis erreichten, entschädigte für die Strapazen. In den Höhlen schimmert es in einem wundervollen Blau. Einzelne Stücke waren von Gletscher abgebrochen und lagen verstreut in davor. Tauwasser stürzte tosend zu Tale. In diesem Moment kamen wir uns ganz klein vor.

Am Gletscher trafen wir auch unsere Mitreisenden wieder. Die meisten, auch wir, packten ihre Verpflegung aus und stärkten sich mit Blick auf das Eis. Wie man sich denken kann, bringt die Nähe zum Eis auch entsprechende Temperaturen mit sich. Allzu lange hielten wir uns darum nicht auf und begaben uns auf den Rückweg. War auf dem Hinweg die Kletterei schon gefährlich und anstrengend, so wurde der Rückweg fürchterlich. Von unten nach oben sieht man mögliche Wege bedeutend besser als andersherum. Von oben sieht alles gleich aus und ein paar mal liefen wir in eine Richtung, die an einer unüberwindbaren Felskante endete. Also wieder zurück und einen anderen Weg ausprobieren. Irgendwann haben wir es geschafft und erreichten glücklich und zufrieden gerade noch rechtzeitig das Boot.

Panorama Oberer Gletschersee
Panorama Oberer Gletschersee

Fazit: Anstrengend, aber auf alle Fälle eine Wanderung wert.

Und nun noch Mo i Rana

Und da uns der Trip zum Svartisen scheinbar nicht gereicht hat, erkundeten wir abends auch noch Mo i Rana. Die Stadt liegt am Ende des Ranfjords, nur wenige Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises. Sie ist mit ca. 18.000 Einwohnern die größte Gemeinde Helgelands. Das sie besonders schön sei, kann man aber nicht behaupten. Es gibt Einkaufsmärkte und Gastronomie und am Meer eine kleine Strandpromenade. Ansonsten ist Mo i Rana eher zweckmäßig und durch die durchführende E6 viel zu laut.

Preise Hin- und Rückfahrt Boot über den Gletschersee:
Erwachsene 180 Kronen, Kinder 100 Kronen, Hunde 30 Kronen
Fahrzeiten
Hinfahrt: 10:00, 11:00, 12:00, 13:00, 14:00
Rückfahrt: 12.30, 13.30, 14.30, 16.45
Traumjob: Bootsfahrer auf dem Svartisengletscheruss

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